Die »Frauenfelder Büchsenschützen«

Der erste Hinweis auf eine Frauenfelder Schützengesellschaft ist einer Schützentafel von 1592 zu entnehmen. 1523 wird als das Jahr genannt, in dem die Gesellschaft »geüffnet«, das heisst vermehrt, vergrössert, besser organisiert wurde, und das »gelegentliche Pulvern« in ein geregeltes Schiessen überging. Dies lässt darauf schliessen, dass bereits in früheren Jahren entsprechende Vereinigungen bestanden, allerdings ohne dass man diese als eigentlichen Schützenverein bezeichnen konnte. Vielmehr war es so, dass zu selbigen Zeiten das Schiessen Teil der organisierten Wehrkraft und der Verteidigungsbereitschaft der Stadt darstellten und damit auch der Kontrolle des Bürgermeisters und des Rates unterstellt waren. Immerhin weisen entsprechende Notizen darauf hin, dass bereits 1483 in Frauenfeld ein »Gesellenschiessen« veranstaltet wurde, das von »vielen Ehrenleuten aus den benachbarten Städten und Landen mit Freuden und Kurzweil besucht wurde«. Wer sonst, als eine schon damals bestehende Vereinigung im Sinne einer Schützengesellschaft hätte diese Veranstaltung durchführen sollen?

Präzise Angaben und Hinweise über den Schiessbetrieb und die Schützengesellschaft der nachfolgenden Jahrzehnte fehlen, wohl weil die entsprechenden Schriften nicht aufbewahrt oder – eher wahrscheinlich – verloren gegangen sind. Durch den Schreiber des Schützenbuches von 1670 wird aber rückblickend auf frühere Schriften und Tätigkeiten und auf die ehemalige »Schiessordnung der Büchsenschützen« hingewiesen, obwohl diese nicht mehr auffindbar ist. Ab 1674 sind dann im Schützenbuch auch Protokollbeschlüsse über Abänderungen des Schiessreglementes eingetragen und Notizen vermerkt, die sich nach und nach zu eigentlichen Protokollen über Verhandlungen und Jahresversammlungen entwickelten. Spätere Dokumente weisen dann sogar auch auf »Satz und Ordnung einer Bürgerlichen Schützengesellschaft« hin.

Die nachfolgenden Zeiten brachten unserer Gesellschaft wie auch an andern Orten ein stetiges Auf und Ab. Dies war oft Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung, der politischen Gegebenheiten und nicht zuletzt auch Folge der vielen immer wieder mit Fremden aus andern Landesteilen angezettelten Händel.

<< zurück